Auftakt der “Gruppenberatung Landwirtschaft” zum Thema “Boden”

Auftakt der “Gruppenberatung Landwirtschaft” zum Thema “Boden”

Am 6. Mai 2022 fand die Auftaktveranstaltung der Informationsreihe „Gruppenberatung von landwirtschaftlichen Betrieben im Vorwald“ in der Gemeinde Zell auf einem mit Weizen bestelltem Acker statt. Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Vorderer Bayerischer Wald (AG Vorwald), Thomas Schwarzfischer, die zu dieser Veranstaltungsreihe in enger Zusammenarbeit mit der ILE Vorderer Bayerischen Wald einlud, durfte dazu knapp 20 Teilnehmende begrüßen.

Die Landwirt*innen stehen vor großen Herausforderungen. Sie nicht nur als wichtige „Landschaftspfleger*innen“, sondern auch als „Lebensmittel-Produzent*innen“ zu unterstützen ist eines der wichtigen Handlungsfelder im Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzept (ILEK). Der stellvertretende ILE-Vorsitzende und Vorsitzende der AG Vorwald, Bürgermeister der Gemeinde Zell und selbst Landwirt, nahm dazu das Heft des Handelns in die Hand und warf die Idee einer Veranstaltungsreihe für interessierte Landwirt*innen auf und organisierte diese auch gleich.

Zum Auftakt war am Freitagabend der renommierte „Boden-Experte“ Christoph Felgentreu – Vorstandsmitglied der „Interessengemeinschaft gesunder Boden“ und Produktmanager für Zwischenfrüchte und Bodenfruchtbarkeit – nach Zell gekommen und lockte auch einige Landwirt*innen außerhalb des ILE-Gebietes nach Zell. Felgentreu gab viele Informationen zur Bodenbearbeitung, passenden Zwischenfrüchten und was einzelne Pflanzen zu leisten im Stande sind. Der Boden-Infiltrationstest – also wieviel Wasser ein Boden in einer bestimmten Zeit aufnehmen kann – gehörte selbstverständlich auch dazu. Mit vielen weiteren Tipps und Praxistests zur Analyse des Bodens stattete der Experte auf diesem Gebiet die Anwesenden aus.

Die herkömmlichen Dünger-Empfehlungen kann der Experte nicht bestätigen. „Wir haben dem Boden seit vielen Jahrhunderten nur entnommen und die herkömmlichen Dünger-Empfehlungen führten zu keiner Verbesserung, sondern führten vielmehr zum Niedergang der Böden mit wissenschaftlicher Begleitung“, wurde Felgentreu deutlich. „Herbizide ja, aber nur bis zu einem geringen Maß, bis die „Biologie“ – sprich der Verteidigungsmechanismus der Pflanzen – anspringt.“ „Wir wissen nur einen Bruchteil dessen, was im Boden passiert und was die Pflanzen an Elementen benötigt.“ Vielmehr, so Felgentreu, ist eine Harmonie der Elemente notwendig, die er zusammen mit der IG Boden verfolgt. „Unser Vereinsziel ist es, dass wir uns auflösen, weil es uns nicht mehr braucht!“ Dies, so war man sich einig, wird so schnell sicher nicht erfolgen.

Eine rundherum informative und bereichernde Veranstaltung, die auf dem Acker des AG-Vorsitzenden als Praxisbeispiel stattfand. Das Fazit aus dem Abend: „Den Pflanzenschutz minimieren und dennoch einen guten Ertrag erzielen“, so Felgentreu.

Bereits in dieser Woche findet die nächste Veranstaltung statt: Am Freitag, 13. Mai 2022 geht es um das Thema „Pflanzenschutz und Grünland“. Auf einer Fläche zwischen Wutzldorf und Woppmannsdorf in der Gemeinde Wald wird die Beraterin Lisa Kipfelsberger vom Erzeugerring um 18.00 Uhr über aktuelle anstehende Maßnahmen bei Getreide und Mais sowie zu den Themen wie Düngung und Bestandsführung im Grünland beraten. Alle interessierten Landwirte sind dazu eingeladen. Die Teilnahme ist dank der Förderung über das Regionalbudget der ILE Vorderer Bayerischer Wald kostenfrei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Der genaue Standort der Veranstaltung kann hier eingesehen werden: www.ile-vorderer-bayerischer-wald.de/aktuelles.

Gefördert wird die Bildungsreihe über das Regionalbudget der ILE Vorderer Bayerischer Wald sowie des Amtes für Ländliche Entwicklung Oberpfalz.

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