Lisa Kipfelsberger vom Erzeugerring informierte

Lisa Kipfelsberger vom Erzeugerring informierte

Am 13.05.2022 fand bereits die zweite Veranstaltung der Informationsreihe „Gruppenberatung von landwirtschaftlichen Betrieben im Vorwald“ in der Gemeinde Wald statt. Hierzu konnten sich die Teilnehmer*innen auf den Flächen von Landwirt Tobias Schwarzfischer ein Bild von den gängigsten Kulturen machen und Lisa Kipfelsberger vom Erzeugerring für landwirtschaftlich pflanzliche Qualitätsprodukte Oberpfalz e.V. stand Rede und Antwort zu den häufigsten Problemen und zu den aktuellen Neuerungen im Pflanzenschutz.

Bürgermeisterin Barbara Haimerl und ihr Amtskollege aus Zell, Thomas Schwarzfischer, als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Vorderer Bayerischer Wald begrüßten bei der zweiten Gruppenberatung neben der Referentin Lisa Kipfelsbergers auch die anwesenden Landwirte, die sich zwischen Woppmannsdorf und Wutzldorf zur Fachberatung eingefunden hatten. Die Pflanzenbauberaterin kam schnell zum Thema: Die Bestände beim Winterweizen sind derzeit in einem guten Zustand. In diesem Zusammenhang ging sie auf die nötigen Behandlungen ein. Daneben stünden auch stets die Grundackerbaumaßnahmen im Fokus. „Das Ziel, die Reduzierung des Pflanzenschutzes ist vorgegeben.“

Bei der Gerste gab sie den Rat, diese als erste Kultur bereits sehr zeitig im Frühjahr zu düngen. Die Erfahrung zeige, dass man hier meist zu spät handelt, was einen uneinheitlichen Reifezeitpunkt mit sich bringe.  Das sei die Folge von unzureichenden Nährstoffen, wenn das Pflanzenwachstum stoppt. Gedüngt werden solle auch dann, wenn das Wetter nicht so günstig ist. „Die Pflanze wird nicht warten mit dem Wachsen, nur weil das Wetter nicht passt.“ Entsprechend früh muss auch der Pflanzenschutz wie zur Halmfestigkeit gefahren werden. Weitaus unkomplizierter ist der Anbau von Wintertriticale, aber auch auf den Roggenanbau oder den Maisanbau ging die Fachberaterin ein.

Seit diesem Jahr gilt ja die Anordnung, dass TBA-haltige Produkte ab sofort nur im Abstand von drei Jahren angewendet werden dürfen. Der Herbizid-Wirkstoff Terbuthylazin wird schon lange kritisch gesehen, aber die Verordnung kam dann auch für den Erzeugerring völlig unvorhergesehen. Ebenfalls nicht mehr möglich ist seit dem 1. Januar eine flächige Herbizidanwendung im Grünland. Für Wiesen, die nur zwei bis dreimal im Jahr gemäht werden, sind solche Unkrautbekämpfungsmaßnahmen nicht notwendig, so Kipfelsberger.

Beim Grünland wies sie auch auf mögliche Schutzmaßnahmen hin, um den „Mähtod“ von Rehkitzen zu vermeiden. „Kein Landwirt möchte das, aber in der Natur ist es oft schwierig, dies zu vermeiden.“ Ein Tipp könne sein, am Vorabend schon einmal zwei oder drei Seiten zu mähen, um die Rehe quasi zu „warnen“. Ansonsten ist die Zusammenarbeit mit den Jägern unabdingbar, klappe aber in der Praxis meist gut.

Zur Schnitttiefe im Grünland betonte Kipfelsberger, dass sich hier die Geister scheiden. Aber zwischen 5 bis 7 cm seien optimal, damit das Gras auch schneller wieder Photosynthese machen kann und damit sich schneller wieder erholt und wächst. Bereits beim Abziehen der Wiesen, so die Pflanzenfachberaterin, sei es sinnvoll zugleich geringe Mengen an Saatgut für die Lücken und um eine Verjüngung vorzunehmen, mitlaufen zu lassen. Sie empfehle dabei allerdings nur Klee und das gewünschte Weidelgras.

Kommentare sind geschlossen.